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Sonnenallergie und polymorphe Lichtdermatose

Die ärztliche Beratung erfolgt ausschließlich auf Spanisch oder Englisch.

Sonnenallergie: solare Urtikaria und polymorphe Lichtdermatose
Sonnenallergie

Sonnenallergie und polymorphe Lichtdermatose: 6 wichtige Informationen

  1. Der medizinische Oberbegriff lautet „Photodermatosen“.
  2. Diese Erkrankungen sind häufig und können bis zu 10–20 % der Bevölkerung betreffen.
  3. Die meisten Fälle sind leicht und benötigen keine Behandlung.
  4. Es gibt nicht nur eine Erkrankung namens Sonnenallergie; Sonnenlicht kann verschiedene Hauterkrankungen auslösen.
  5. Die häufigste Form ist die polymorphe Lichtdermatose.
  6. Ein besseres Verständnis der Erkrankung erleichtert den Umgang mit den Beschwerden.

Sonnenallergie

Einführung

In diesem Artikel wird zur besseren Verständlichkeit der Ausdruck Sonnenallergie verwendet. Medizinisch genauer ist der Begriff Photodermatose: Photo = Licht, Derma = Haut, -ose = Erkrankung.

Obwohl es viele Arten von Sonnenallergien oder Photodermatosen gibt, konzentriert sich dieser Artikel auf zwei Formen: die polymorphe Lichtdermatose und die solare Urtikaria. Auch eingenommene Arzneimittel können Lichtreaktionen auslösen und müssen deshalb überprüft werden.

Warum entsteht eine Sonnenallergie?

Die genaue Ursache der Photodermatosen ist nicht vollständig geklärt. Stark vereinfacht weisen verschiedene Studien bei polymorpher Lichtdermatose und solarer Urtikaria darauf hin, dass Sonnenlicht bestimmte Hautproteine verändern kann. Das Abwehrsystem erkennt diese veränderten Proteine möglicherweise als fremd, wodurch eine Hautreaktion entsteht.

In Untersuchungen wurden beispielsweise Proben eigener Haut mit körpereigenen Zellen im Labor zusammengebracht. Eine Reaktion trat nur auf, wenn die Hautproben zuvor ultravioletter Strahlung ausgesetzt worden waren.

Sonnenlicht kann unterschiedliche Mechanismen aktivieren. Bei der polymorphen Lichtdermatose stehen Lymphozyten im Vordergrund. Ihre Aktivierung benötigt Stunden; die Ansammlung von Zellen und Botenstoffen trägt zu geröteten, verhärteten Hautveränderungen bei. Bei solarer Urtikaria spielen vor allem Mastzellen eine Rolle, die bereits innerhalb von Sekunden aktiviert werden können. Sie setzen unter anderem Histamin frei, das Juckreiz, Rötung und Quaddeln hervorrufen kann. Beide Mechanismen können gemeinsam vorkommen, auch wenn einer überwiegt.

Solare Urtikaria

Was ist solare Urtikaria?

Als Urtikaria bezeichnet man Juckreiz mit Hautrötung und Quaddeln. Die einzelnen Hautveränderungen verschwinden oder wechseln typischerweise innerhalb von weniger als 24 Stunden ihren Ort. Bei solarer Urtikaria werden diese Beschwerden durch Lichteinwirkung ausgelöst.

Welche Beschwerden verursacht solare Urtikaria?

Typische Urtikariaveränderungen beginnen meist mit Juckreiz und Rötung. Bei weiterer Lichteinwirkung können Quaddeln entstehen. Der Beginn liegt häufig bereits nach 2–3 Minuten Sonnenexposition auf unzureichend bedeckten Hautflächen.

Nach Ende der Sonnenexposition verschwinden die Beschwerden typischerweise innerhalb von weniger als 24 Stunden. Bei fortgesetzter Exposition können sie zunehmen. Selten werden bei intensiver und länger andauernder Lichteinwirkung schwere allergische Reaktionen beschrieben.

Solare Urtikaria und polymorphe Lichtdermatose
Solare Urtikaria

Wie wird solare Urtikaria festgestellt?

Der typische zeitliche Zusammenhang zwischen Lichteinwirkung und Beschwerden liefert wichtige diagnostische Hinweise. Gute Fotos können die ärztliche Beurteilung unterstützen; ob ergänzende Untersuchungen erforderlich sind, wird individuell entschieden.

Wie wird solare Urtikaria behandelt?

Antihistaminika und Sonnenschutz bilden die Grundlage der Behandlung. Die Therapie wird individuell angepasst, da der Bedarf von der Beschwerdeausprägung abhängt. Zugleich soll eine geeignete Behandlung mit möglichst geringen Nebenwirkungen, insbesondere Müdigkeit, gefunden werden. Nicht jeder Patient setzt dieselbe Histaminmenge frei; deshalb kann auch der Behandlungsbedarf unterschiedlich sein.

Bei schweren Fällen, in denen die erste Behandlung nicht ausreicht, ist eine dermatologische Vorstellung erforderlich. Dort kann eine UV-Lichttherapie erwogen werden.

Polymorphe Lichtdermatose

Was ist eine polymorphe Lichtdermatose?

Sie gehört zu den häufigsten Reaktionen auf Sonnenlicht und betrifft in manchen Ländern bis zu 20 % der Bevölkerung. Frauen sind in den beschriebenen Daten bis zu viermal häufiger betroffen. Die Erkrankung kann sich bei Sonnenexposition und Reisen in warme Klimazonen bemerkbar machen.

Wenn Patienten von einer Sonnenallergie sprechen, ist häufig diese Erkrankung gemeint. Es können kleine juckende Knötchen oder Bläschen entstehen.

Wie der Name andeutet, sind unterschiedliche Erscheinungsformen möglich: „poly“ bedeutet mehrere, „morph“ Form. Die Veränderungen treten Stunden oder Tage nach der Sonnenexposition auf und halten mehrere Tage an. Möglich sind juckende Plaques, an Insektenstiche erinnernde Veränderungen, Knötchen oder kleine Bläschen. Anders als bei solarer Urtikaria verschwinden sie nicht innerhalb von 24 Stunden, sondern erst nach mehreren Tagen.

Klinisches Beispielfoto einer polymorphen Lichtdermatose
Polymorphe Lichtdermatose – klinisches Beispielfoto

Warum sind Hände und Gesicht oft weniger betroffen?

Bei dieser Form der Lichtreaktion kann regelmäßig exponierte Haut einen sogenannten Gewöhnungs- oder Hardening-Effekt entwickeln. Deshalb können dauerhaft dem Licht ausgesetzte Bereiche wie Hände und Gesicht mit der Zeit weniger Beschwerden zeigen. Viele Betroffene bemerken am Ende des Sommers weniger Probleme als zu dessen Beginn; auch dies wird mit diesem Gewöhnungseffekt in Verbindung gebracht.

Wie wird polymorphe Lichtdermatose behandelt?

Das Verständnis der Auslöser und des Verlaufs ist wichtig. Vorbeugung spielt eine zentrale Rolle.

Zur Behandlung gehört ein hoher Lichtschutz. Ob und wie ein Gewöhnungseffekt gezielt genutzt werden kann, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Weitere Arzneimittel werden individuell beurteilt, um eine geeignete Kombination zu finden.

Da Betroffene Sonnenlicht häufig meiden, sollten gegebenenfalls auch die Vitamin-D-Versorgung und die Knochengesundheit berücksichtigt werden. Ob Vitamin D oder andere Präparate erforderlich sind, entscheidet der behandelnde Arzt.

Auch der Einsatz bestimmter Vitamine zur Unterstützung des Schutzes vor Sonnenschäden muss ärztlich bewertet werden.

Bei schweren Fällen, die auf andere Maßnahmen nicht ausreichend ansprechen, kann eine UV-Lichttherapie unter dermatologischer Aufsicht erwogen werden.

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